Geistlicher Impuls

Angstfrei

Wenn wir unseren Osterglauben bekennen, in dessen Zentrum das Paradoxon des Sieges durch eine absolute Niederlage zu finden ist – warum haben wir dann solch eine Angst vor persönlichen Niederlagen? Und dies schließt die erwiesene Schwäche des Christentums in der heutigen Welt mit ein! Spricht denn nicht durch diese Tatsache Gott auf ähnliche Weise      zu uns, wie er dies durch das Geschehen getan hat, das wir uns beim Lesen des Osterevangeliums vergegenwärtigen?

Tomáž Halík


Sehen und hören

Du bist nicht mehr da, wo du warst. Aber du bist überall, wo wir sind.

Aus einer Todesanzeige (2016)

Glauben Sie nicht, was Sie sehen! Bilder bestimmen unsere Sicht auf die Welt – auf Kriege, Helden und Tyrannen. Aber wie oft werden wir durch manipulierte Fotos getäuscht?

Überschrift der Titelgeschichte in: Die Zeit/Nr. 28/09.07.2015.

Wer die Nachricht von der Auferstehung Christi so hört, dass der Schrei des Gekreuzigten in ihr unhörbar geworden ist, hört nicht das Evangelium, sondern einen Mythos.

Johann Baptist Metz

 Ärgernis

Ich meine übrigens, dass das Ärgernis des Christentums nur die Auferstehung sein kann, denn die Kreuzigung ist doch kein Ärgernis – wer wurde nicht gekreuzigt? Es sind ja viele Menschen noch grausamere Tode gestorben als Christus.

Friedrich Dürrenmatt
Die Entdeckung des Erzählens. Gespräche 1971-1980.